Der pH-Wert

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    Kordelia
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    Bei der Diskussion um die Bedürfnisse von Pflanzen wird oft der pH-Wert herangezogen. Als pH-Wert wird der Säuregrad von Wasser bezeichnet. Auch wenn wir Menschen ihn mit unseren Sinnen nicht schmecken können, hat jede Flüssigkeit auf Wasserbasis einen Säuregrad. Er wird mit Werten 0-14 quantifiziert, wobei 0 extrem sauer und 14 so wenig sauer wie möglich (extrem alkalisch) ist.

    Wasser ohne jegliche gelösten Stoffe (durch Wasserdampfdestillation gewonnen und unter Luftabschluss aufbewahrt) hat den „neutralen“ Mittelwert 7. Gelöste Stoffe bewirken entweder eine saure Reaktion, dann geht der pH-Wert nach unten bis gegen 0 (starke Säure), oder eine alkalische Reaktion, eine Erhöhung bis 14 (starke Lauge). Beide Extreme wirken zerstörerisch auf organisches Material. Nach chemischer Definition hat also nur und ausschließlich Wasser einen pH-Wert.

    Will man den pH-Wert von Gartenerde bestimmen, so muss man sie mit (destilliertem) Wasser vermischen und dann die Flüssigkeit messen. Dabei wirken natürlich nur wasserlösliche Stoffe. Unlösliche Bodenbestandteile wie Sand, Ton, Kalk, Pflanzenfasern, Holzschnitzel usw. haben keine Auswirkungen auf den pH-Wert. Der bei diesem Verfahren gemessene pH-Wert muss mit großem Misstrauen betrachtet werden. Gerade durch die Wasserzugabe werden Stoffe gelöst, die vorher im Boden als Feststoffe vorlagen, aber nun zum pH-Wert beitragen. Deshalb wird sogar bei standardisierten Laborverfahren eine Fehlermarge von 0,3-1 Einheit angenommen. Dem Hobbygärtner liefern sogenannte Zeigerpflanzen sehr viel bessere Informationen über Zusammensetzung und Säuregrad seines Bodens. Für die meisten Pflanzen ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7 am günstigsten.

    Der pH-Wert sagt nichts darüber aus, welche Stoffe im Boden vorhanden sind. Alle Metalle wirken erhöhend, je leichter sie sind, umso mehr. Ein pH-Wert über 7 kann also vom Eisengehalt, von Calcium (alte Schreibweise: Kalzium) und noch mehr von Kalium verursacht sein. Eine Erniedrigung des pH-Werts wird durch Nichtmetall-Verbindungen bewirkt, in erster Linie von Nitraten, wasserlöslichen Phosphaten und Schwefelverbindungen, aber auch durch die bei Zersetzungsprozessen entstehenden Huminsäuren.

    Als einfachste und billigste Methode gilt die Erhöhung des pH-Wertes durch Kalkung. Die Erniedrigung erfolgte früher durch die Zugabe von Torf, der reich an Huminsäuren ist. Nachdem der Raubbau an den Mooren gestoppt wurde, mussten andere Verfahren entwickelt werden. Die Ergebnisse der Forschung an der Fachhochschule Weihenstephan haben gezeigt, dass eine Zugabe von elementarem Schwefel (Schwefelblüte) sehr effektiv ist.

     

    Ein Garten macht glücklich!

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