Der berüchtigte pH-Wert

  • Dieses Thema hat 0 Antworten und 1 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Woche, 3 Tage von Kordelia.
Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Autor
    Beiträge
  • #1280
    Kordelia
    Teilnehmer

    Bei der Diskussion um die Bedürfnisse von Pflanzen wird oft der pH-Wert herangezogen. Als pH-Wert wird der Säuregrad von Wasser bezeichnet. Auch wenn wir Menschen ihn mit unseren Sinnen nicht schmecken können, hat jede Flüssigkeit auf Wasserbasis einen Säuregrad. Er wird mit Werten 0-14 quantifiziert, wobei 0 extrem sauer und 14 so wenig sauer wie möglich (extrem alkalisch) ist.
    Wasser ohne jegliche gelösten Stoffe (durch Wasserdampfdestillation gewonnen und unter Luftabschluss aufbewahrt) hat den „neutralen“ Mittelwert 7. Gelöste Stoffe bewirken entweder eine saure Reaktion, dann geht der pH-Wert nach unten bis gegen 0 (starke Säure), oder eine alkalische Reaktion, eine Erhöhung bis 14 (starke Lauge). Beide Extreme wirken zerstörerisch auf organisches Material. Nach chemischer Definition hat also nur und ausschließlich Wasser einen pH-Wert.

     

    Aber es wird ja auch vom pH-Wert des Bodens gesprochen. Dabei handelt es sich jedoch um den Wert einer Aufschlämmung mit Wasser, nicht den Wert des Bodens selbst.

    Will man den pH-Wert von Gartenerde bestimmen, so muss man sie mit (destilliertem) Wasser vermischen und dann die Flüssigkeit messen. Dabei wirken natürlich nur wasserlösliche Stoffe. Unlösliche Bodenbestandteile wie Sand, Ton, Gips, Pflanzenfasern, Holzschnitzel usw. haben keine Auswirkungen auf den pH-Wert. Der bei diesem Verfahren gemessene pH-Wert muss mit großem Misstrauen betrachtet werden. Gerade durch die Wasserzugabe werden Stoffe gelöst, die vorher im Boden als Feststoffe vorlagen, aber nun zum pH-Wert beitragen. Deshalb wird sogar bei standardisierten Laborverfahren eine Fehlermarge von 0,3-1 Einheit angenommen. Dem Hobbygärtner liefern sogenannte Zeigerpflanzen sehr viel bessere Informationen über Zusammensetzung und Säuregrad seines Bodens.

     

    Für die meisten Pflanzen ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7 am günstigsten.
    Der pH-Wert sagt nichts darüber aus, welche Stoffe im Boden vorhanden sind. Alle Metalle wirken erhöhend, je leichter sie sind, umso mehr. Ein pH-Wert über 7 kann also vom Eisengehalt, von Calcium (alte Schreibweise: Kalzium) und noch mehr von Kalium verursacht sein. Eine Erniedrigung des pH-Werts wird durch Nichtmetall-Verbindungen bewirkt, in erster Linie von Nitraten, wasserlöslichen Phosphaten und Schwefelverbindungen, aber auch durch die bei Zersetzungsprozessen entstehenden Huminsäuren.

    (Aus einem Artikel von Hannelore Goos mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin)

     

    Gruß

    Kordelia

    Ein Garten macht glücklich!

Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Nur angemeldete Teilnehmer können antworten.
Kontakt